Präpositionen Dativ oder Akkusativ – drei Sätze aus einer ganz normalen Familie:
Ohne den Kaffee sagt Mama am Morgen kein Wort.
Mein Onkel tanzt in der Küche mit der Oma, das Essen kann warten.
Tim kauft Blumen für die Lehrerin, sie hat heute Geburtstag.
Dreimal ein Artikel, dreimal steht direkt davor ein kleines Wort: ohne, mit, für. Und dieses kleine Wort hat den Fall längst entschieden.
Kurz gesagt: Eine Präposition ist ein kleines Wort vor dem Nomen – für, mit, ohne, zu – und jede Präposition bringt ihren Fall mit. Auf A1 brauchst du zwei Listen. Fünf Präpositionen wollen immer den Akkusativ: durch, für, gegen, ohne, um. Sieben Präpositionen wollen immer den Dativ: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Es gibt keine Ausnahme und nichts zu überlegen: Wer die Präposition kennt, kennt den Fall.

Präpositionen Dativ oder Akkusativ: Wer entscheidet hier eigentlich?
Normalerweise entscheidet das Verb über den Fall – suchen will den Akkusativ, helfen den Dativ, das kennst du von wem oder wen. Sobald aber eine Präposition im Spiel ist, hat das Verb nichts mehr zu sagen. Ich gehe durch den Park – durch will den Akkusativ, und durch bekommt ihn.
Das ist die ganze Entdeckung: Die Präposition ist der Chef. Sie steht direkt vor dem Artikel, und der Artikel richtet sich nach ihr.
| männlich | weiblich | sächlich | Plural | |
|---|---|---|---|---|
| Akkusativ – durch, für, gegen, ohne, um | durch den Park | gegen die Wand | um das Haus | für die Kinder |
| Dativ – aus, bei, mit, nach, seit, von, zu | aus dem Schrank | mit der Oma | nach dem Frühstück | zu den Kindern |
Die Tabelle ist die alte Tabelle vom Akkusativ und Dativ – nichts Neues. Neu ist nur, wer die Frage stellt.
Präpositionen Dativ oder Akkusativ: Welche stehen auf welcher Liste?
Zwölf Wörter, und sie wechseln nie die Seite.
Die Akkusativ-Liste (5): durch den Garten, für die Lehrerin, gegen die Wand, ohne den Kaffee, um den Tisch. Bewegung und Richtung – und ohne als das eine Wort, das etwas weglässt.
Die Dativ-Liste (7): aus dem Schrank, bei der Freundin, mit der Oma, nach der Schule, seit dem Sommer, von meiner Oma, zu meiner Nachbarin. Herkunft, Begleitung, Ort und Zeit – die ruhigen Wörter.
Und es funktioniert auch rückwärts: Bei … dem Fahrrad zur Arbeit kann die Lücke nur eine Dativ-Präposition sein – mit. Bei … seine Brille findet Opa auch seine Brille nicht passt nur die Akkusativ-Liste – ohne.
Zum, zur, beim, vom: Warum verschwindet der Artikel?
Er verschwindet nicht, er versteckt sich. Vier Dativ-Präpositionen verschmelzen mit dem Artikel:
- zu dem → zum: Wir gehen jetzt zum Supermarkt, der Kühlschrank ist ganz leer.
- zu der → zur: Ich bringe die Kinder jeden Morgen zur Schule, dann ist es schön still.
- bei dem → beim: Tom und Mia helfen beim Kochen und essen die Hälfte vorher.
- von dem → vom: Mein Sohn kommt müde vom Fußball nach Hause und isst zwei Teller Nudeln.
Zum, zur, beim, vom – in jedem steckt dem oder der. Wenn du eines von ihnen siehst, weißt du: Dativ, ohne hinzuschauen.
Der Merksatz
Durch, für, gegen, ohne, um – Akkusativ, sonst nichts. Aus, bei, mit, nach, seit, von, zu – Dativ, immer.
Zwei Zeilen für den Kühlschrank. Die zweite lässt sich auf den Donauwalzer singen – aus-bei-mit-nach-seit-von-zu – und wer sie einmal gesungen hat, verliert sie nicht mehr. Präpositionen Dativ oder Akkusativ beantwortet man so einmal pro Wort – und behält die Antwort.
Beispiele für Präpositionen Dativ oder Akkusativ, die hängen bleiben
- Der Hund läuft durch den Garten, die Katze sitzt schon im Baum. (durch → Akkusativ, männlich)
- Ich spiele Tennis gegen die Wand, und die Wand gewinnt immer. (gegen → Akkusativ, weiblich)
- Herr Braun geht jeden Abend zehnmal um den Tisch, das ist sein Sport. (um → Akkusativ, männlich)
- Papa holt aus dem Schrank noch ein Stück Schokolade, wirklich das letzte. (aus → Dativ, männlich)
- Nach der Schule isst mein Bruder erst mal drei Brote. (nach → Dativ, weiblich)
- Seit dem Sommer trinkt meine Schwester nur noch Tee, aber fünf Tassen. (seit → Dativ, männlich)
- Das Paket ist von meiner Oma, sie schickt wieder Socken. (von → Dativ, weiblich)
Übungen: Präpositionen Dativ oder Akkusativ?
- Ich gehe lieber durch ___ Park, da singen die Vögel. (der)
- Ich laufe schnell zu ___ Nachbarin, ihr Kuchen ist fertig. (meine)
- Das Geschenk ist ___ dich, aber du darfst es erst morgen aufmachen. (für / von / mit)
- Meine Katze trinkt ___ meinem Glas, mein Wasser schmeckt ihr besser. (aus / für / durch)
- Mein Nachbar lernt ___ einem Jahr Deutsch und sagt jetzt immer „genau”. (seit / für / um)
Lösungen: 1. den (durch → Akkusativ, männlich) · 2. meiner (zu → Dativ, weiblich) · 3. für (dich ist Akkusativ – nur für passt) · 4. aus (meinem Glas ist Dativ – für und durch wollen den Akkusativ) · 5. seit (einem Jahr ist Dativ, und ein Jahr Deutsch ist eine Dauer)
Häufige Fragen zu Präpositionen Dativ oder Akkusativ
Welche Präpositionen stehen immer mit Akkusativ?
Fünf Präpositionen: durch, für, gegen, ohne, um. Nach ihnen steht immer der Akkusativ, ohne Ausnahme: für die Lehrerin, ohne den Kaffee.
Welche Präpositionen stehen immer mit Dativ?
Sieben Präpositionen: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Hinter jeder von ihnen kommt der Dativ: mit der Oma, nach der Schule.
Ist zum Dativ oder Akkusativ?
Zum ist Dativ, denn es steht für zu dem. Genauso verstecken zur, beim und vom ein dem oder der. Wenn du eines davon siehst, weißt du: Dativ.
Zwei Türen, die offen bleiben
Die erste: die Wechselpräpositionen. In, an, auf, unter, neben … können beides – Dativ bei wo?, Akkusativ bei wohin?. Die Katze sitzt im Baum, aber sie klettert auf den Baum. Das ist die A2-Tür, mit einem eigenen Artikel dahinter: an oder neben.
Die zweite: die Präposition mit einem Pronomen. Für dich, mit mir, von ihr, bei uns – dieselben Listen, nur wird der Artikel zum Pronomen.
Zum Nachlesen: die Präposition mit und die Possessivartikel im Dativ und Akkusativ – dort siehst du, was meiner in von meiner Oma macht. Und damit es sitzt: Auf unserem Telegram-Kanal Trau-Dich-Deutsch läuft jeden Tag eine kleine Frage – ein Satz, eine Lücke, drei Sekunden.
Komm dazu
Der Workshop findet jeden Samstag um 9:00 Uhr online statt – kostenlos, interaktiv, und mit genau dieser Art von Fragen. Kein Frontalunterricht: Die Regel kommt immer erst, wenn die Teilnehmer sie selbst gefunden haben.
Bis bald – und trau dich, Deutsch zu sprechen!
von Dieter Jeromin