Drei Jacken am Haken, jede mit ihrem Anhänger, eine Hand greift nach einer – Possessivartikel Dativ oder Akkusativ: meinen, deinem, seiner.

Possessivartikel Dativ oder Akkusativ – drei Sätze aus einem ganz normalen Samstag:
Ich suche meinen Schlüssel, und er ist natürlich wieder in der Jacke.
Wir helfen unserer Oma mit dem Handy, sie hilft uns mit Kuchen.
Kommst du am Samstag mit deinem Bruder? Er lacht immer so schön.

Dreimal ein Possessivartikel, dreimal eine andere Endung. Und wenn du jetzt denkst: -en, -er, -em – das habe ich doch schon einmal gesehen, dann hast du recht. Du hast es bei ein gesehen.

Kurz gesagt: Mein, dein, sein, ihr, unser, euer, Ihr nehmen genau dieselben Endungen wie ein und kein. Im Akkusativ ändert sich nur die männliche Form (meinen), wie beim Akkusativ überhaupt. Im Dativ kommen die drei bekannten Endungen: -em für männlich und sächlich (meinem Bruder, meinem Kind), -er für weiblich (meiner Oma), -en für den Plural (meinen Eltern). Welcher Fall dran ist, sagt wie immer das Verb oder die Präposition – suchen will den Akkusativ, helfen den Dativ, mit den Dativ.

Warum trägt der Possessivartikel im Dativ und Akkusativ dasselbe Kleid wie „ein“?

Ein Possessivartikel ist ein Artikel. Er steht dort, wo ein oder der stehen würde, und er benimmt sich wie ein – nur dass er nebenbei sagt, wem die Sache gehört. Das ist die ganze Entdeckung: Wer einen, einem, einer kann, kann auch meinen, meinem, meiner.

männlich weiblich sächlich Plural
Nominativ mein Schlüssel meine Katze mein Auto meine Eltern
Akkusativ (wen?) meinen Schlüssel meine Katze mein Auto meine Eltern
Dativ (wem?) meinem Bruder meiner Oma meinem Kind meinen Eltern

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Im Akkusativ ändert sich wieder nur der Mann, mein → meinen – die Regel, die du vom Akkusativ kennst. Zweitens: Der Dativ hat drei Endungen, und -en im Plural ist die einzige, die man leicht mit dem Akkusativ verwechselt: meinen Schlüssel (Akkusativ, ein Mann) gegen meinen Eltern (Dativ, Plural). Der Kontext löst es: Ich danke meinen Eltern – danken will den Dativ.

Welche Endung? Erst der Fall, dann das Wort

Die Endung hängt an zwei Fragen, immer in dieser Reihenfolge:

  1. Welchen Fall will das Verb oder die Präposition? Suchen, brauchen, sehen, besuchen und für, ohne → Akkusativ. Helfen, danken, gehören, gefallen und mit, bei, zu, von, aus, nach → Dativ. Das ist dieselbe Frage wie bei wem oder wen.
  2. Welches Wort steht dahinter – männlich, weiblich, sächlich, Plural? Dann kommt die Endung aus der Tabelle.

Lisa sucht ihre Katze – suchen → Akkusativ, Katze → weiblich → ihre (unverändert). Die Katze gehört unseren Kindern – gehören → Dativ, Kinder → Plural → unseren. Zwei Fragen, zwei Sekunden.

Ein Wort zu euer: Es verliert das zweite e, sobald eine Endung kommt – eure Schuhe, euren Ball, eurer Küche. Und unser behält seins: unsere, unseren, unserer.

Der Merksatz

Mein benimmt sich wie ein: -en für den Mann im Akkusativ, -em, -er, -en im Dativ. Der Rest bleibt, wie er ist.

Das ist die Karte für den Kühlschrank. Possessivartikel Dativ oder Akkusativ ist damit keine neue Tabelle – es ist die alte, mit einem Besitzer davor.

Beispiele für Possessivartikel Dativ oder Akkusativ, die hängen bleiben

  • Ohne seine Brille findet Opa die Butter nicht, auch nicht auf dem Brot. (ohne → Akkusativ, weiblich)
  • Anna besucht ihren Bruder in Hamburg, er hat jetzt ein kleines Boot. (besuchen → Akkusativ, männlich)
  • Kinder, ich sehe eure Schuhe nicht, nur ganz viele Socken. (sehen → Akkusativ, Plural)
  • Ich helfe meinem Kind bei Mathe, aber es rechnet schneller als ich. (helfen → Dativ, sächlich)
  • Toms Bild gefällt seiner Mutter sehr, sie hängt es in die Küche. (gefallen → Dativ, weiblich)
  • Fährst du am Wochenende zu deinen Großeltern? Sie haben Äpfel im Garten. (zu → Dativ, Plural)
  • Herr Weber, ich sehe Ihren Hund im Garten, er spielt mit den Tomaten! (sehen → Akkusativ, männlich)
  • Aus eurer Küche riecht es jeden Sonntag nach Kuchen, dürfen wir kommen? (aus → Dativ, weiblich)

Übungen: Possessivartikel Dativ oder Akkusativ?

  1. Paul braucht ___ Auto heute nicht, er nimmt lieber das Fahrrad. (sein)
  2. Ich danke ___ Eltern für das Fahrrad, es ist rot und schnell. (mein)
  3. Lena kommt gerade von ___ Freundin, die zwei reden immer sehr lange. (ihr)
  4. Sucht ihr ___ Ball? Er liegt schon wieder bei Frau Kunz im Garten. (euer)
  5. Frau Lang, gehört das Fahrrad ___ Sohn? Es steht seit Montag hier. (Ihr)

Lösungen: 1. sein (brauchen → Akkusativ, Auto sächlich – keine Endung) · 2. meinen (danken → Dativ, Plural) · 3. ihrer (von → Dativ, weiblich) · 4. euren (suchen → Akkusativ, männlich – und das zweite e fällt weg) · 5. Ihrem (gehören → Dativ, männlich)

Zwei Türen, die offen bleiben

Die erste: der Genitiv. Das Auto meines Bruders, die Katze unserer Nachbarin – der vierte Fall, der in der Schriftsprache lebt und im Gespräch oft durch von ersetzt wird. Auch er trägt die Endungen von ein.

Die zweite: wer ist eigentlich der Besitzer? Sein oder ihr – Anna besucht ihren Bruder, aber Tom besucht seinen Bruder. Der Possessivartikel richtet sich in seinem Stamm nach dem Besitzer und in seiner Endung nach der Sache. Zwei Fragen, die man auseinanderhalten muss – ein eigenes Kapitel.

Zum Nachlesen: Akkusativ und Dativ einfach erklärt und die Personalpronomen im Dativ und Akkusativ. Und damit es sitzt: Auf unserem Telegram-Kanal Trau-Dich-Deutsch läuft jeden Tag eine kleine Frage – ein Satz, eine Lücke, drei Sekunden.

Häufige Fragen zu Possessivartikel im Dativ und Akkusativ

Welche Endung hat der Possessivartikel im Akkusativ?
Im Akkusativ ändert sich nur die männliche Form: mein → meinen (Ich suche meinen Schlüssel). Weiblich, sächlich und Plural bleiben wie im Nominativ: meine Katze, mein Auto, meine Eltern.

Welche Endungen hat der Possessivartikel im Dativ?
Drei: -em für männlich und sächlich (meinem Bruder, meinem Kind), -er für weiblich (meiner Oma) und -en für den Plural (meinen Eltern). Das sind genau die Endungen von ein und kein.

Woher weiß ich, ob Dativ oder Akkusativ dran ist?
Das Verb oder die Präposition entscheidet. Suchen, brauchen, sehen, besuchen und für, ohne verlangen den Akkusativ; helfen, danken, gehören, gefallen und mit, bei, zu, von, aus, nach verlangen den Dativ: Ich besuche meinen Bruder, ich helfe meinem Kind.

Heißt es „eure“ oder „euere“?
Euer verliert das zweite e, sobald eine Endung kommt: eure Schuhe, euren Ball, eurer Küche. Unser behält sein e: unsere, unseren, unserer.

Komm dazu

Der Workshop findet jeden Samstag um 9:00 Uhr online statt – kostenlos, interaktiv, und mit genau dieser Art von Fragen. Kein Frontalunterricht: Die Regel kommt immer erst, wenn die Teilnehmer sie selbst gefunden haben.

Bis bald – und trau dich, Deutsch zu sprechen!

von Dieter Jeromin

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