Die Modalverben
Die Kategorie der Modalverben wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der deutschen Grammatik definiert. In der lateinischen Grammatik gibt es keine Modalverben.
Der Begriff wurde auch bei anderen Sprachen eingeführt (zum Beispiel Englisch, Französisch) und kann auch bei der russischen Sprache verwendet werden (мочь – können, dürfen; хотеть – wollen, mögen, wünschen; придется/приходится – müssen).
Die Bezeichnung geht auf das lateinische Wort “modus” (Art, Weise) zurück und beschreibt hier die “Art der Aussage” oder die “Modalität der Aussage”.
Kurz gesagt: Modalverben sind Verben, die die Art oder Modalität einer Aussage ausdrücken – eine Notwendigkeit oder eine Möglichkeit. Die deutsche Grammatik kennt sechs Modalverben: müssen, sollen, wollen (Notwendigkeit) und dürfen, können, mögen (Möglichkeit). Sie haben zwei Besonderheiten: Die erste und die dritte Person Singular sind auch im Präsens identisch (ich kann – er kann), und der Infinitiv des folgenden Hauptverbs steht ohne „zu“: „Ich muss lernen.“
Neben diesen sogenannten Modalverben definieren die klassischen Grammatikbücher auch Hilfsverben, Funktionsverben, Kopulaverben und Vollverben.
Die klassischen deutschen Grammatikbücher definieren 6 Modalverben.
Drei von ihnen drücken eine Notwendigkeit aus: müssen, sollen, wollen.
Die anderen drei eine Möglichkeit: dürfen, können, mögen.
Oft werden sie auch paarweise gruppiert:
– können und dürfen
– müssen und sollen
– wollen und mögen
Wie sich müssen, können und sollen in ihrer Stärke unterscheiden, zeigt der Artikel Müssen, können oder sollen?
Es zeigt sich aber, dass auch andere Verben diese Funktion einnehmen können, wie zum Beispiel möchten, das oft in fast derselben Bedeutung wie mögen verwendet werden kann. Oder brauchen in der verneinten Form, wenn es in der Bedeutung von “nicht müssen” verwendet wird.
Auch gibt es noch weitere Möglichkeiten um eine Modalität in der Sprache auszudrücken, zum Beispiel durch bestimmte Endungen bei Vollverben, andere Wortarten (zum Beispiel Adverbien) oder bestimmte syntaktische Konstruktionen.
Die oben genannten sechs Modalverben haben jedoch bestimmte Gemeinsamkeiten, so dass man sie auch heute meistens noch als eine besondere Untergruppe von Verben in den Grammatikbüchern aufführt.
Es sind zwei-Silben-Wörter mit charakteristischen Eigentümlichkeiten bei ihrer Formbildung (Flexion): Die erste und die dritte Person Singular ist nicht nur im Präteritum (wie allgemein üblich) sondern auch im Präsens bei ihnen identisch:
Die vollständigen Formen im Präsens und im Präteritum stehen in der Tabelle Die Konjugation der Modalverben.
Ich/er … kann, …darf, … muss, …soll, …will, …mag.
Die grammatikalische Besonderheit bei diesen sechs Modalverben ist, dass der Infinitiv des Hauptverbs, das auf sie folgt, kein “zu” vor sich hat.
“Ich soll lernen”
“Ich darf nicht lernen”
“Ich muss nicht lernen”
Im Gegensatz zu der sonst üblichen Konstruktion:
„Ich schaffe es nicht zu lernen“
Wann ein Infinitiv dieses „zu“ braucht und wo es steht, erklärt der Artikel Infinitiv mit „zu“ im Deutschen.

Hier finden sich weitere Beispiele.
Häufige Fragen zu den Modalverben
Welche sechs Modalverben gibt es im Deutschen?
müssen, sollen, wollen, dürfen, können, mögen. Die ersten drei drücken eine Notwendigkeit aus, die anderen drei eine Möglichkeit. Oft gruppiert man sie paarweise: können und dürfen, müssen und sollen, wollen und mögen.
Steht nach einem Modalverb der Infinitiv mit „zu“?
Nein. Der Infinitiv des Hauptverbs steht nach einem Modalverb ohne „zu“: „Ich soll lernen.“ „Ich darf nicht lernen.“ Anders als bei anderen Verben: „Ich schaffe es nicht zu lernen.“
Sind „möchten“ und „brauchen“ auch Modalverben?
Sie übernehmen oft dieselbe Funktion: „möchten“ wird fast in derselben Bedeutung wie „mögen“ verwendet, und „brauchen“ in der verneinten Form bedeutet „nicht müssen“. Zu den sechs klassischen Modalverben der Grammatikbücher zählen sie aber nicht.
Was ist die Besonderheit der Modalverben bei der Konjugation?
Die erste und die dritte Person Singular sind bei ihnen nicht nur im Präteritum, sondern auch im Präsens identisch: ich kann – er kann, ich darf – er darf, ich muss – er muss, ich will – er will.
Что такое модальные глаголы?
Категория модальных глаголов была определена в немецкой грамматике только в начале 19 века. В латинской грамматике нет модальных глаголов.
Этот термин был введён и для других языков (например, английского, французского) и применим также к русскому языку (мочь – können, dürfen; хотеть – wollen, mögen, wünschen; придётся/приходится – müssen).
Термин восходит к латинскому слову „modus“ (вид, способ) и описывает здесь „вид высказывания“ или „модальность высказывания“.
Помимо этих так называемых модальных глаголов классические учебники грамматики выделяют также вспомогательные глаголы, функциональные глаголы, глаголы-связки и полнозначные глаголы.
Классические учебники немецкой грамматики выделяют 6 модальных глаголов.
Три из них выражают необходимость: müssen, sollen, wollen.
Остальные три выражают возможность: dürfen, können, mögen.
Они часто объединяются в пары:
– können и dürfen
– müssen и sollen
– wollen и mögen
Однако оказывается, что эту функцию могут выполнять и другие глаголы, например möchten, который часто употребляется почти в том же значении, что и mögen. Или brauchen в отрицательной форме, когда он используется в значении „nicht müssen“ (не обязан, не нужно).
Есть и другие способы выразить модальность в языке, например с помощью определённых окончаний у полнозначных глаголов, других частей речи (например, наречий) или определённых синтаксических конструкций.
Однако шесть модальных глаголов, упомянутых выше, имеют некоторые общие черты, так что даже сегодня в учебниках по грамматике их обычно выделяют в особую подгруппу глаголов.
Это двусложные слова с характерными особенностями словоизменения (флексии): первое и третье лицо единственного числа у них совпадают не только в претерите (как это принято вообще), но и в презенсе:
Ich/er … kann, … darf, … muss, … soll, … will, … mag.
Грамматическая особенность этих шести модальных глаголов состоит в том, что инфинитив основного глагола, который следует за ними, не имеет перед собой „zu“.
„Ich soll lernen“ (мне следует учиться)
„Ich darf nicht lernen“ (мне нельзя учиться)
„Ich muss nicht lernen“ (мне не обязательно учиться)
В отличие от обычной конструкции:
„Ich schaffe es nicht zu lernen“ (у меня не получается учиться)
Другие примеры можно найти здесь.
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