Die beiden Ausdrücke „um… zu“ (+ Verb im Infinitiv) oder „damit“ (+ konjugiertes Verb) finden sich beide am Anfang von Nebensätzen und haben eine sehr ähnliche Bedeutung, aber es ist jeweils immer nur eine der beiden Formen richtig.

Kurz gesagt: „Um … zu“ und „damit“ leiten beide einen Nebensatz ein, der ein Ziel nennt. Haben Hauptsatz und Nebensatz dasselbe Subjekt, steht „um … zu“ mit dem Infinitiv: „Anton lernt Grammatik, um die Prüfung zu bestehen.“ Haben sie verschiedene Subjekte, steht „damit“ mit konjugiertem Verb: „Anton muss leise sein, damit seine Frau schlafen kann.“ Die Wahl hängt also nur davon ab, um wen es im Nebensatz geht.

Aber wie können wir wissen, welche jeweils die richtige Form ist?

Es stimmt wohl, dass beide Formen einen Nebensatz einleiten können, aber wir müssen uns die Frage stellen, um wen es im Nebensatz geht.

Ist es das gleiche Subjekt wie im Hauptsatz oder ein anderes?

Dies ist der entscheidende Punkt, der uns sagt, welche Form hier die richtige ist.

Wann steht „um … zu“? Hauptsatz und Nebensatz haben dasselbe Subjekt

Wenn es im Nebensatz um das gleiche Subjekt geht wie im Hauptsatz, ist hier die Form „um… zu“ (+ Verb im Infinitiv) richtig.

Wann steht „damit“? Hauptsatz und Nebensatz haben unterschiedliche Subjekte

Wenn es aber im Nebensatz um ein anderes Subjekt geht als im Hauptsatz davor, muss man hier das Wort „damit“ (+ konjugiertes Verb) verwenden.

Zwei Typen von unterschiedlichen Nebensätzen

Die Nebensätze können als eine Kombination von zwei Hauptsätzen gesehen werden, bei der einer der Hauptsätze dem anderen untergeordnet wird.

Eine ähnliche Wahl zwischen zwei Formen stellt sich beim Konzessivsatz mit „obwohl“ oder „trotzdem“.

Gemäß dem, was wir oben gesagt haben, geht es hier jeweils um zwei Hauptsätze, die entweder das gleiche Subjekt haben oder zwei verschiedene Subjekte haben (das heißt, jeder Hauptsatz hat ein anderes Subjekt).

Zwei Sätze mit demselben Subjekt

So zum Beispiel:

(1) Anton muss die deutsche Grammatik lernen.

(2) Anton will die deutsche Sprachprüfung bestehen.

In beiden Sätzen ist Anton das Subjekt.

Wenn wir sie kombinieren wollen in einen übergeordneten Hauptsatz (1) und einen untergeordneten Nebensatz (2), dann muss hier am Anfang des Nebensatzes „um… zu“ (+ Verb im Infinitiv) stehen:

Anton muss die deutsche Grammatik lernen, um die (deutsche) Sprachprüfung zu bestehen.

Gebrauch von um… zu

Zwei Sätze mit unterschiedlichen Subjekten

So zum Beispiel:

(1) Anton muss leise sein.

(2) Seine Frau will schlafen.

Wenn wir sie kombinieren wollen in einen übergeordneten Hauptsatz (1) und einen untergeordneten Nebensatz (2), dann muss hier am Anfang des Nebensatzes „damit“ (+ konjugiertes Verb) stehen:

Anton muss leise sein, damit seine Frau schlafen kann.

Wer statt des Ziels die mögliche Folge nennen will, greift zu „sonst“ – mehr dazu in „Sonst“ verweist auf eine mögliche Konsequenz.

„Damit“ bezieht sich somit immer auf ein zweites Subjekt

Wenn du willst, dass dein Baby einschläft, um (du selbst) besser deutsch lernen zu können, dann kannst du zum Beispiel diese Musik einschalten, damit das Baby (und nicht du selbst) in Ruhe einschlafen kann.

 

Häufige Fragen zu „um … zu“ oder „damit“

Wann benutzt man „um … zu“ und wann „damit“?
„Um … zu“, wenn Hauptsatz und Nebensatz dasselbe Subjekt haben; „damit“, wenn der Nebensatz ein anderes Subjekt hat: „Anton lernt, um die Prüfung zu bestehen.“ – „Anton ist leise, damit seine Frau schlafen kann.“

Steht nach „um … zu“ ein konjugiertes Verb?
Nein, nach „um … zu“ steht der Infinitiv am Ende des Nebensatzes; nach „damit“ steht ein konjugiertes Verb: „…, um die Prüfung zu bestehen“ – „…, damit seine Frau schlafen kann“.

Lies auch: Wortstellung im Nebensatz

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