Ich habe jemandem schon so oft …

  • Hilfe angeboten
  • Schuld zugeschoben
  • Gedanken gemacht
  • Antrag gestellt

Ich habe jemandem schon so oft ...

Ich habe Sandra schon so oft meine … …, aber sie lehnt jedes Mal dankend ab.

A – Hilfe angeboten

B – Schuld zugeschoben

C – Gedanken gemacht

D – Antrag gestellt

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Nomen-Verb-Verbindungen richtig gebrauchen: Hilfe anbieten, Schuld zuschieben, Gedanken machen, Antrag stellen

Einleitung:

Hilfe anbieten, Schuld zuschieben, Gedanken machen, Antrag stellen – alle vier Antworten sind feste Verbindungen aus einem Nomen und einem Verb, sogenannte Nomen-Verb-Verbindungen (Funktionsverbgefüge). Das Nomen trägt die Bedeutung, das Verb ist fest vorgegeben: Man bietet Hilfe an, man „macht“ sie nicht. Genau das prüft die Aufgabe: Welche der vier Verbindungen passt in den Satz „Ich habe Sandra schon so oft meine … …, aber sie lehnt jedes Mal dankend ab“? In diesem Artikel erklären wir jede der vier Verbindungen mit Beispielen – und warum nur Antwort A passt.

Warum in „jemandem Hilfe anbieten“ die Person im Dativ und die Sache im Akkusativ steht, erklärt Akkusativ vs. Dativ einfach erklärt mit dem Geben-Trick.

Kurz gesagt: Nomen-Verb-Verbindungen sind feste Verbindungen aus einem Nomen und einem Verb, bei denen das Nomen die Bedeutung trägt und das Verb fest vorgegeben ist: Man bietet Hilfe an, schiebt jemandem die Schuld zu, macht sich Gedanken und stellt einen Antrag. In den Satz „Ich habe Sandra schon so oft meine … …, aber sie lehnt jedes Mal dankend ab“ passt nur „Hilfe angeboten“: „meine“ passt zum femininen Nomen „Hilfe“, und nur ein Angebot lehnt man dankend ab.

Hilfe anbieten: Warum ist das die richtige Antwort?

„jemandem Hilfe anbieten“ heißt: Man sagt einer Person, dass man ihr helfen möchte. Die Person steht im Dativ, „Hilfe“ im Akkusativ. Das ist die richtige Antwort: „Ich habe Sandra schon so oft meine Hilfe angeboten, aber sie lehnt jedes Mal dankend ab.“ Zwei Signale im Satz verraten es: „meine“ passt zum femininen Nomen „Hilfe“, und ein Angebot kann man „dankend ablehnen“. Hier einige Beispiele:

Wenn ein Freund traurig ist, bieten wir ihm unsere Hilfe an: „Ich biete dir gern meine Hilfe an. Möchtest du darüber reden?“
In der Nachbarschaft kann man einem älteren Nachbarn Hilfe im Haushalt anbieten: „Darf ich Ihnen meine Hilfe anbieten? Soll ich Ihren Müll rausbringen?“
Auch im beruflichen Umfeld können wir unseren Kollegen Hilfe anbieten: „Brauchst du Unterstützung bei diesem Projekt? Ich habe dir meine Hilfe schon zweimal angeboten – das Angebot gilt noch.“

Schuld zuschieben:

„jemandem die Schuld zuschieben“ heißt: Man behauptet, ein anderer sei für einen Fehler verantwortlich. Auch hier steht die Person im Dativ und das Nomen „Schuld“ im Akkusativ, meist mit Artikel: die Schuld. In den Quizsatz passt die Verbindung nicht – niemand lehnt eine Schuldzuweisung „dankend“ ab. Hier einige Beispiele:

In einem Streit zwischen Geschwistern könnte einer sagen: „Du hast das kaputt gemacht – und jetzt schiebst du mir die Schuld zu!“
Im Büro könnte ein Mitarbeiter versuchen, einem anderen die Schuld für einen Fehler zuzuschieben: „Schieb mir nicht die Schuld zu – das war nicht mein Fehler!“

Gedanken machen: Warum passt „meine Gedanken machen“ nicht?

„sich Gedanken machen“ ist reflexiv: Das Pronomen steht im Dativ (ich mache mir Gedanken), danach folgt „über“ oder „um“ + Akkusativ. Ein Possessivpronomen wie „meine“ gehört nicht dazu – man sagt nicht „meine Gedanken machen“. Deshalb scheidet Antwort C aus. Hier einige Beispiele:

Wenn wir uns Sorgen um einen Freund machen, könnten wir sagen: „Ich mache mir Gedanken um dich. Geht es dir gut?“
Wenn wir über eine schwierige Entscheidung nachdenken, könnten wir zu uns selbst sagen: „Ich muss mir darüber Gedanken machen, was die beste Lösung ist.“

Antrag stellen:

„einen Antrag stellen“ bedeutet, etwas offiziell zu beantragen – Urlaub, ein Visum, eine Förderung. „Antrag“ ist maskulin, deshalb heißt es „meinen Antrag“ oder „einen Antrag“, nie „meine Antrag“. Und einen Antrag kann man ablehnen, aber nicht „dankend“ – das tut man nur mit einem Angebot. Hier einige Beispiele:

Wenn wir einen Antrag auf Urlaub stellen, könnten wir zu unserem Vorgesetzten sagen: „Ich möchte gerne vom 15. bis zum 30. September Urlaub machen. Kann ich einen Antrag dafür stellen?“
Bei einer Behörde stellt man einen Antrag schriftlich: „Ich habe gestern einen Antrag auf Kindergeld gestellt. Jetzt warte ich auf den Bescheid.“

Fazit:

Hilfe anbieten, Schuld zuschieben, Gedanken machen und Antrag stellen sind feste Nomen-Verb-Verbindungen: Nomen und Verb gehören zusammen und lassen sich nicht beliebig tauschen. Wer solche Verbindungen als Ganzes lernt – mit Artikel, Kasus und Präposition –, versteht Quizsätze wie diesen sofort und drückt sich im Alltag klarer und natürlicher aus.

Häufige Fragen zu Nomen-Verb-Verbindungen

Was ist eine Nomen-Verb-Verbindung?
Eine feste Verbindung aus einem Nomen und einem Verb (auch Funktionsverbgefüge genannt), bei der das Nomen die Bedeutung trägt und das Verb festgelegt ist: Man bietet Hilfe an, man „macht“ sie nicht.

Heißt es „Hilfe anbieten“ oder „Hilfe machen“?
„Hilfe anbieten“. Die Person steht im Dativ, „Hilfe“ im Akkusativ: „Ich biete dir gern meine Hilfe an.“

Wie sagt man „sich Gedanken machen“ richtig?
Reflexiv mit dem Pronomen im Dativ und danach „über“ oder „um“ mit Akkusativ: „Ich mache mir Gedanken um dich.“ Ein Possessivpronomen gehört nicht dazu – „meine Gedanken machen“ ist falsch.

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