Zu oder bei – drei Sätze aus einem ganz normalen Wochenende:
Wir fahren am Samstag zu unserer Tante, sie hat einen großen Garten.
Am Sonntag essen wir bei meiner Oma, und es gibt immer Kuchen.
Ich fahre jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit, auch im Winter.

Im ersten Satz sitzt du noch im Auto. Im zweiten sitzt du schon am Tisch. Das ist der ganze Unterschied zwischen zu und bei – und mit mit, ohne und für hast du die fünf Wörter, die auf A1 fast jeden Alltagssatz tragen.

Kurz gesagt: Zu zeigt die Richtung: Du gehst hin (wohin? – zu meiner Oma). Bei zeigt den Ort: Du bist schon da (wo? – bei meiner Oma). Beide wollen den Dativ. Dazu kommen drei Partner: mit sagt, mit wem oder womit (mit dem Fahrrad, Dativ), ohne ist das Gegenteil von mit (ohne den Kaffee, Akkusativ), und für sagt, für wen etwas ist (für dich, Akkusativ).

Jemand geht mit einer Kuchenschachtel auf ein kleines Haus zu, im Fenster sitzt die Familie schon am Tisch – zu oder bei: hingehen oder schon da sein

Zu oder bei: gehe ich hin oder bin ich schon da?

Stell dir eine Tür vor. Zu ist der Weg bis zur Tür. Bei ist alles, was hinter der Tür passiert.

wohin? → zu wo? → bei
eine Person Ich fahre zu meiner Oma. Ich esse bei meiner Oma.
ein Beruf, ein Geschäft Ich gehe zum Bäcker. Ich bin beim Bäcker.
ein Pronomen Komm zu mir! Schlaf bei mir!

Zum ist zu dem, zur ist zu der, beim ist bei dem – die kurzen Formen hörst du im Alltag viel öfter als die langen. Warum beide Präpositionen immer den Dativ wollen, steht in Präpositionen Dativ oder Akkusativ.

Bei kann noch etwas: Es zeigt, wo jemand arbeitet oder wohnt. Mein Bruder arbeitet bei einer kleinen Firma. Lisa wohnt noch bei ihren Eltern. Auch hier: Er ist schon da, sie ist schon da. Mehr Beispiele findest du in unserem eigenen Artikel dazu.

Mit, ohne, für: welchen Fall wollen die drei Partner?

Mit heißt: zusammen mit jemandem – oder: mit diesem Ding. Tom spricht mit seiner Katze. Wir fahren mit dem Zug ans Meer. Für Bus, Zug, Fahrrad und Auto nimmst du immer mit. Mit Dativ.

Ohne ist das Gegenteil: Etwas fehlt. Unser Hund geht ohne seinen Ball nicht aus dem Haus. Aber Achtung: ohne will den Akkusativ, obwohl es das Gegenteil von mit ist. Mit seinem Ball – ohne seinen Ball.

Für sagt, wer etwas bekommt. Ich backe einen Kuchen für meine Nachbarin. Diese Blumen sind für dich. Auch für will den Akkusativ.

So bleibt ein einfaches Bild: zu, bei, mit – Dativ; ohne, für – Akkusativ. Wie das bei mir, mich, dir, dich aussieht, steht in Mich oder mir?. Die kleinen Helfer mit und ohne im Einzelnen erklären Die Präposition „mit“ und Die Präposition „ohne“.

Der Merksatz

Zu – ich gehe hin. Bei – ich bin schon da. Mit – wir sind zusammen. Ohne – etwas fehlt. Für – das ist für dich.
Zu, bei, mit: Dativ. Ohne, für: Akkusativ.

Fünf Wörter, fünf Bilder, eine Zeile für den Fall. Das passt auf einen Zettel.

Beispiele mit zu oder bei, die hängen bleiben

  • Papa ist gerade beim Friseur, gleich hat er sehr kurze Haare. (wo? – bei dem → beim)
  • Ich gehe schnell zum Bäcker, die Brötchen sind noch warm. (wohin? – zu dem → zum)
  • Meine Tochter geht zur Schule und singt dabei laut. (wohin? – zu der → zur)
  • Komm doch nach der Arbeit zu mir, ich koche Nudeln. (wohin? – zu mir)
  • Schläfst du heute bei mir? Meine Katze wartet schon auf dich. (wo? – bei mir)
  • Oma schreibt jetzt mit dem Handy, jeder Satz dauert zehn Minuten. (womit? – Dativ)
  • Ohne seine Brille sagt mein Opa auch dem Briefkasten Hallo. (was fehlt? – Akkusativ)
  • Ich habe einen Platz für dich frei, direkt neben dem Hund. (für wen? – Akkusativ)

Übungen: zu oder bei?

Welches Wort passt? Frag zuerst: wohin, wo, mit wem, was fehlt, für wen? Die Lösungen stehen darunter.

  1. Lisa wohnt noch ___ ihren Eltern, aber sie kocht schon selbst. (zu / bei)
  2. Wir fahren am Wochenende ___ meinen Eltern, sie wohnen am Meer. (zu / bei)
  3. Kommst du morgen mit ___ auf den Markt? Ich brauche starke Arme. (mir / mich)
  4. Unser Hund geht ___ seinen Ball nicht aus dem Haus. (mit / ohne)
  5. Ich backe einen Kuchen ___ meine Nachbarin, sie hat heute Geburtstag. (für / mit)

Lösungen: 1. bei (wo wohnt sie? – schon da) · 2. zu (wohin fahren wir?) · 3. mir (mit → Dativ) · 4. ohne (seinen ist Akkusativ – mit mit hieße es seinem) · 5. für (meine Nachbarin bekommt den Kuchen, Akkusativ)

Häufige Fragen zu den Präpositionen zu oder bei

Heißt es „zu Hause“ oder „bei Hause“?
Zu Hause – und es bedeutet wo?: Ich bin zu Hause. Das ist die eine berühmte Ausnahme. Für wohin? sagst du nach Hause: Ich gehe nach Hause.

Gehe ich „zum Arzt“ oder „beim Arzt“?
Auf dem Weg: Ich gehe zum Arzt. Im Wartezimmer: Ich bin beim Arzt. Die Frage wohin? oder wo? entscheidet.

Warum sagt man „mit dem Bus“ und nicht „in dem Bus“?
Weil mit das Verkehrsmittel nennt – womit du fährst. In dem Bus sagt nur, wo du gerade sitzt: Im Bus ist es warm.

Wer die modalen Präpositionen noch einmal im Überblick sehen möchte, findet sie in Die kleinen Helfer der deutschen Sprache. Und damit es sitzt: Auf unserem Telegram-Kanal Trau-Dich-Deutsch läuft jeden Tag eine kleine Frage – ein Satz, eine Lücke, drei Sekunden.

Komm dazu

Der Workshop findet jeden Samstag um 9:00 Uhr online statt – kostenlos, interaktiv, und mit genau dieser Art von Fragen. Kein Frontalunterricht: Die Regel kommt immer erst, wenn die Teilnehmer sie selbst gefunden haben.

Bis bald – und trau dich, Deutsch zu sprechen!

von Dieter Jeromin

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