
Personalpronomen Dativ oder Akkusativ – zwei Sätze, ein Frühstück:
Ich schlafe gern, aber mein Hund weckt mich jeden Morgen um sechs.
Ich koche selbst, aber Omas Suppe schmeckt mir einfach besser.
Zweimal ich. Einmal mich, einmal mir. Und wenn du das Gefühl hast, dass nicht ich entschieden hat, welche Form kommt, sondern das Verb – dann hast du es schon verstanden.
Kurz gesagt: Bei den Personalpronomen entscheidet nicht die Person, sondern das Verb (oder die Präposition), was davor steht. Wecken, brauchen, sehen, kennen, besuchen nehmen den Akkusativ: mich, dich, ihn, sie, es, uns, euch, sie, Sie. Helfen, danken, schmecken, gehören, glauben, antworten nehmen den Dativ: mir, dir, ihm, ihr, ihm, uns, euch, ihnen, Ihnen. Die Frage wen? führt zum Akkusativ, die Frage wem? zum Dativ – und bei uns und euch ist es sogar egal, denn die beiden sehen in beiden Fällen gleich aus.
Personalpronomen Dativ oder Akkusativ: Wer trifft es, wem gilt es?
Ein Pronomen ist kein Wort, das man auswendig lernt. Es ist ein Platzhalter, und der Platz hat eine Rolle im Satz.
Der Hund weckt mich: Ich bin das Ziel, die Handlung trifft mich direkt. Das ist der Akkusativ – die Frage heißt wen oder was? Die Suppe schmeckt mir: Ich bin nicht das Ziel, ich bin der, dem etwas gilt, für den etwas gut ist. Das ist der Dativ – die Frage heißt wem?
Mein Hund weckt wen? – mich. Akkusativ.
Omas Suppe schmeckt wem? – mir. Dativ.
Die Regel dahinter ist die Regel, die du vom Akkusativ und von wem oder wen schon kennst. Neu ist nur: Bei den Pronomen ändert sich jede Form, nicht nur die männliche.
Die Tabelle, die du wirklich brauchst
| Nominativ | Akkusativ (wen?) | Dativ (wem?) |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er | ihn | ihm |
| sie | sie | ihr |
| es | es | ihm |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie (Plural) | sie | ihnen |
| Sie | Sie | Ihnen |
Personalpronomen Dativ oder Akkusativ – sieh dir die Muster an, sie machen die Tabelle klein: Die Akkusativformen enden auf -ch oder -n (mich, dich, ihn), die Dativformen auf -r oder -m (mir, dir, ihm, ihr). Uns und euch sind in beiden Fällen gleich – zwei Formen weniger. Sie und es bleiben im Akkusativ, wie sie sind. Und die Höflichkeitsform folgt dem Plural, nur groß geschrieben: Sie – Ihnen.
Personalpronomen Dativ oder Akkusativ: Welche Verben wollen den Dativ?
Die meisten Verben nehmen den Akkusativ – das ist der Normalfall bei Personalpronomen Dativ oder Akkusativ. Die Dativ-Verben sind die Ausnahme, und es lohnt sich, die häufigsten zu kennen, weil sie im Alltag ständig vorkommen:
- helfen: Opa versteht sein neues Handy nicht, also helfe ich ihm gern.
- danken: Du hast das Fenster repariert, jetzt danke ich dir mit Kaffee.
- schmecken / gefallen: Das Kind isst gern Pizza, aber die Karotte schmeckt ihm nicht.
- gehören: Herr Braun, gehört das rote Fahrrad vor der Tür Ihnen?
- glauben (einer Person): Ich sage immer die Wahrheit, aber meine Katze glaubt mir nicht.
- antworten: Wir fragen nach dem Weg, und ein kleines Kind antwortet uns.
Und die Präpositionen entscheiden genauso: für und ohne wollen den Akkusativ (Der Kuchen ist nur für mich. Wir essen nie ohne ihn.), bei und mit den Dativ (Ich esse heute wieder bei dir. Bei ihr ist es nie langweilig.).
Der Merksatz
Wen trifft es? – mich, dich, ihn. Wem gilt es? – mir, dir, ihm. Und uns und euch ist beides recht.
Das passt auf einen Zettel, und es deckt neun von zehn Sätzen ab, die dir heute begegnen. Personalpronomen Dativ oder Akkusativ wird damit zur Frage, die du dem Verb stellst – nicht dir selbst.
Beispiele für Personalpronomen Dativ oder Akkusativ, die hängen bleiben
- Mein Bruder schläft noch, also wecke ich ihn mit lauter Musik.
- Meine Nachbarin backt jeden Sonntag, und ich helfe ihr beim Essen.
- Das Baby schläft endlich, und niemand weckt es vor acht Uhr.
- Ihr seid so laut, man hört euch bis zum Bahnhof!
- Meine Eltern lernen Tango, und ich sehe sie nur noch samstags.
- Die Kinder suchen den Ball, und ich helfe ihnen im Garten.
- Frau Müller, ich sehe Sie jeden Morgen mit drei Hunden im Park.
- Unser Hund liegt auf dem Sofa, und jetzt gehört es ihm.
Übungen: Personalpronomen Dativ oder Akkusativ?
- Du bist nie pünktlich, aber wir brauchen ___ für das Spiel. (du)
- Meine Schwester ruft nie an, also besuche ich ___ einfach. (sie)
- Ihr habt aufgeräumt? Ich glaube ___ erst, wenn ich es sehe. (ihr)
- Meine Tante hat drei Katzen, und bei ___ ist es nie langweilig. (sie)
- Opa kommt immer zu spät, aber wir essen nie ohne ___. (er)
Lösungen: 1. dich (brauchen + Akkusativ) · 2. sie (besuchen + Akkusativ) · 3. euch (glauben + Dativ – und euch ist ohnehin für beide Fälle gleich) · 4. ihr (bei + Dativ) · 5. ihn (ohne + Akkusativ)
Häufige Fragen zu Personalpronomen: Dativ oder Akkusativ?
Wann heißt es mich und wann mir?
Das Verb entscheidet: Nach Akkusativ-Verben wie wecken, brauchen, sehen, kennen, besuchen steht mich („Mein Hund weckt mich.“), nach Dativ-Verben wie helfen, danken, schmecken, gehören, glauben, antworten steht mir („Die Suppe schmeckt mir.“). Die Frage wen? führt zum Akkusativ, wem? zum Dativ.
Welche Verben verlangen den Dativ?
Die häufigsten sind helfen, danken, schmecken, gefallen, gehören, glauben (einer Person) und antworten: „Ich helfe ihm.“, „Ich danke dir.“, „Gehört das Fahrrad Ihnen?“ Die meisten anderen Verben nehmen den Akkusativ.
Warum sind uns und euch im Dativ und Akkusativ gleich?
Bei wir und ihr gibt es nur eine Objektform: uns und euch gelten für beide Fälle. „Wir brauchen euch.“ (Akkusativ) und „Ich glaube euch.“ (Dativ) sehen deshalb gleich aus.
Welchen Fall verlangen die Präpositionen für, ohne, bei und mit?
Für und ohne wollen den Akkusativ: „Der Kuchen ist nur für mich.“, „Wir essen nie ohne ihn.“ Bei und mit wollen den Dativ: „Ich esse heute bei dir.“, „Bei ihr ist es nie langweilig.“
Zwei Türen, die offen bleiben
Die erste: zwei Pronomen im selben Satz. Ich leihe es dir. Er gibt sie mir. Sobald beide Objekte Pronomen sind, steht der Akkusativ vor dem Dativ – eine Reihenfolge, die man einmal lernt und dann hört.
Die zweite: die Verben mit Dativ und Akkusativ zugleich. Geben, schenken, zeigen, erklären – jemandem (Dativ) etwas (Akkusativ). Sie sind der Ort, an dem die Tabelle oben zum Werkzeug wird.
Zum Nachlesen: Akkusativ und Dativ einfach erklärt und die Personalpronomen und die Konjugation. Und damit es sitzt: Auf unserem Telegram-Kanal Trau-Dich-Deutsch läuft jeden Tag eine kleine Frage – ein Satz, eine Lücke, drei Sekunden.
Komm dazu
Der Workshop findet jeden Samstag um 9:00 Uhr online statt – kostenlos, interaktiv, und mit genau dieser Art von Fragen. Kein Frontalunterricht: Die Regel kommt immer erst, wenn die Teilnehmer sie selbst gefunden haben.
Bis bald – und trau dich, Deutsch zu sprechen!
von Dieter Jeromin