Ein “Schreckensgespenst” ist ein Gespenst, das Kinder und auch manche Erwachsene in Angst und Schrecken versetzt, aber für die rational denkenden Erwachsenen gar kein Problem ist, denn sie glauben zu wissen, dass es in der Wirklichkeit gar keine Gespenster gibt.

Wer Deutsch lernt, sieht sich, sobald er mit den Grundregeln der Sprache vertraut geworden ist, meistens bereits nach kurzer Zeit mit dem Problem der “unregelmäßigen Verben” konfrontiert. 

Er hat ein Wort, hier ein Verb, gelernt, aber sobald er anfängt, es in einem Satz zu verwenden, sagt man ihm, dass es falsch wäre, was er gesagt hat und dass es anders lauten muss als er erwartet hatte. 

Er hat zum Beispiel das Verb “genießen” gelernt und will damit einen Satz in der Vergangenheit (Perfekt) bilden. Und man korrigiert ihn sofort und erklärt ihm, dass jetzt auf einmal an der Stelle des Lautes “I” hier ein “O” stehen muss (“… hat genossen”).

Also wirklich eine unnötige Kompliziertheit?

Man kann sich diese Frage stellen und viele haben das auch bereits getan.

Es wurden bereits viele Bücher gedruckt, die nichts anderes als Tabellen enthalten mit allen möglichen Formen, die ein bestimmtes Verb annehmen kann.

Kurz gesagt: Unregelmäßige Verben im Deutschen sind Verben, deren Stammvokal (der Ablaut) sich in den Zeitformen ändert – genießen, genoss, genossen. Es gibt etwa zehn ganz unregelmäßige Verben, die sich von keiner Grundform ableiten lassen (sein, haben, gehen, stehen, dürfen, können, mögen, müssen, wissen, wollen), und rund zweihundert starke Verben, die sich in acht Reihen von Stammformen ordnen lassen, zum Beispiel reiten – ritt – geritten oder geben – gab – gegeben. Unregelmäßig sind vor allem die häufigsten Verben; selten gebrauchte und neu entstehende Verben sind fast immer regelmäßig.

Bei unserem Verb “genießen” sieht das dann zum Beispiel wie folgt aus:

genießen

INDIKATIV

Präsens

ich genieße
du genießt
er/sie/es genießt
wir genießen
ihr genießt
sie/Sie genießen 

Präteritum 

ich genoss
du genossest
er/sie/es genoss
wir genossen
ihr genosst
sie/Sie genossen 

Perfekt

ich habe genossen
du hast genossen
er/sie/es hat genossen
wir haben genossen
ihr habt genossen
sie/Sie haben genossen 

Plusquamperfekt (Plus-que-parfait) 

ich hatte genossen
du hattest genossen
er/sie/es hatte genossen
wir hatten genossen
ihr hattet genossen
sie/Sie hatten genossen 

Futur I

ich werde genießen
du wirst genießen
er/sie/es wird genießen
wir werden genießen
ihr werdet genießen
sie/Sie werden genießen

Futur II

ich werde genossen haben
du wirst genossen haben
er/sie/es wird genossen haben
wir werden genossen haben
ihr werdet genossen haben
sie/Sie werden genossen haben

KONJUNKTIV I

Präsens

ich genieße
du genießest
er/sie/es genieße
wir genießen
ihr genießet
sie/Sie genießen 

Perfekt

ich habe genossen
du habest genossen
er/sie/es habe genossen
wir haben genossen
ihr habet genossen
sie/Sie haben genossen 

Futur I

ich werde genießen
du werdest genießen
er/sie/es werde genießen
wir werden genießen
ihr werdet genießen
sie/Sie werden genießen 

Futur II

ich werde genossen haben
du werdest genossen haben
er/sie/es werde genossen haben
wir werden genossen haben
ihr werdet genossen haben
sie/Sie werden genossen haben 

KONJUNKTIV II

Präteritum

ich genösse
du genössest
er/sie/es genösse
wir genössen
ihr genösset
sie/Sie genössen 

Plusquamperfekt

ich hätte genossen
du hättest genossen
er/sie/es hätte genossen
wir hätten genossen
ihr hättet genossen
sie/Sie hätten genossen 

Futur I

ich würde genießen
du würdest genießen
er/sie/es würde genießen
wir würden genießen
ihr würdet genießen
sie/Sie würden genießen 

Futur II

ich würde genossen haben
du würdest genossen haben
er/sie/es würde genossen haben
wir würden genossen haben
ihr würdet genossen haben
sie/Sie würden genossen haben 

IMPERATIV

genieß(e)
genießen wir
genießt
genießen Sie 

INFINITIV

Präsens

genießen

Perfekt

genossen haben 

PARTIZIP

Präsens

genießend 

Perfekt

genossen 

 

Es gibt ungefähr zweihundert solche Tabellen (je nach Grammatikbuch ist die genaue Anzahl einmal etwas mehr oder weniger groß). Will man all diese Tabellen auswendig lernen, so erscheint dies zunächst “gespenstig” viel. 

Es kommt uns wieder die Frage, ist diese Kompliziertheit wirklich nötig?

Dass man für die Endungen in Wirklichkeit nur dreieinhalb Muster braucht, zeigt Keine Angst vor der Verbkonjugation.

Die sogenannten Plansprachen wie das Esperanto haben dieses Problem von vornherein vermieden und bei ihnen gibt es kein einziges unregelmäßiges Verb. Andererseits, obwohl bei ihnen somit alles einfacher und “logischer” strukturiert ist, haben diese Sprachen nie die Beliebtheit der “natürlichen Sprachen” erreichen können.

Es ist bemerkenswert, dass man in vielen der indogermanischen Sprachen mit denen ich vertraut bin, etwa die gleiche Anzahl von unregelmäßigen Verben findet wie im Deutschen.

Da gibt es immer etwa 10 häufig verwendete Verben, die sich von keiner regulären Grundform ableiten lassen.

Im Deutschen sind dies die Verben: sein, haben, gehen, stehen, dürfen, können, mögen, müssen, wissen, wollen.

Die ersten beiden, sein und haben, sind zugleich die wichtigsten Hilfsverben – mehr dazu in Die Verben „sein“ und „haben“.

Im Niederländischen: zijn, hebben, kunnen, moeten, mogen, weten, willen, zullen, zeggen, houden, snijden.

Im Lateinischen: esse, posse, ire, velle, nolle, malle, ferre, fieri, edere.

Im Italienischen: essere, avere, andare, stare, dare, fare, bere, porre.

Im Englischen: be, do, have, make, must, ought, can, may, will, shall.

Im Russischen: быть, дать, создать, есть, надоесть, ссать (сцать), хотеть, бежать, брезжить (+чтить).

Danach kommt eine Liste von etwa zweihundert Verben, die nicht nach der sonst gültigen Standardmethode der Flexion gebeugt werden.

Es ist nicht einfach die genaue Zahl bei jeder Sprache zu finden, zumal die Angaben von einer Grammatik zur andern abweichen. Ich habe in der deutschen Sprache 209 gefunden und 220 in der russischen Sprache. Im Lateinischen sind es 207 und im Englischen 223. Je nach Sprache mögen sie für jemanden, der diese Sprache als Fremdsprache lernt, mehr oder weniger schwer zu lernen erscheinen.

Im Deutschen handelt es sich bei dieser Gruppe um die sogenannten starken Verben. Diese waren ursprünglich sieben völlig regelmäßige Klassen von Verben, aber dadurch, dass Ausnahmen aufgetreten sind und sich Untergruppen gebildet haben spricht man heute meistens von unregelmäßigen Verben. Die Besonderheit besteht darin, dass sich der Ablaut (das ist der Vokal im Wortstamm) ändert.

Eine derzeit allgemein anerkannte Einteilung der deutschen Verben (nach Schmidt, 1996) definiert folgende acht Reihen von Stammformen für die deutschen Verben:

  1. reiten – reite – ritt – geritten und streiten – streite – stritt – gestritten
  2. biegen – biege – bog – gebogen und wiegen – wiege – wog – gewogen
  3. binden – binde – band – gebunden und finden – finde – fand – gefunden
  4. nehmen – nehme – nahm – genommen und treffen – treffe – traf – getroffen
  5. geben – gebe – gab – gegeben und sehen – sehe – sah – gesehen
  6. graben – grabe – grub – gegraben und fahren – fahre – fuhr – gefahren
  7. heben – hebe – hob – gehoben und weben – webe – wob – gewoben
  8. halten – halte – hielt – gehalten und heißen – heiße – hieß – geheißen

Es ist nicht verwunderlich, dass wenig gebrauchte Verben in der Regel immer regelmäßig sind. Nur die am häufigsten gebrauchten weisen oft Unregelmäßigkeiten auf. Auch neu dazukommende Verben sind in der Regel immer regelmäßig, es sei denn es besteht eine starke Analogie zu einem bereits bestehenden unregelmäßigen Verb, das ähnlich klingt.

Es kann bei Kindern, die Deutsch als Muttersprache lernen, beobachtet werden, dass sie in einem bestimmten Alter plötzlich dazu neigen, unregelmäßige deutsche Verben regelmäßig (also falsch) zu konjugieren während sie diese zuvor bereits (richtig) in den unregelmäßigen Formen benutzt haben. Dies entspricht dem Zeitpunkt in ihrer Sprachentwicklung, wenn sie beginnen, die Regeln in der Sprache zu entdecken.

Die derzeitige psycholinguistische Forschung geht davon aus, dass die unregelmäßigen Verbformen bei Muttersprachlern einzeln im Gedächtnis gespeichert werden. Beim Konjugieren eines Verbs wird dann dieser Theorie zufolge jedes Mal zuerst danach gesucht, ob ein unregelmäßiges Verb vorhanden ist. Dies läuft wohl über einen Assoziativspeicher für Muster in unserem Gehirn.

Dies führt auch zu der Annahme, dass wenn ein unregelmäßiges Verb lange Zeit nicht mehr benutzt wird, es aus dem Gedächtnis verschwindet und dann ein regelmäßiges Konjugationsmuster an seine Stelle tritt.

In den kommenden Jahren werden wir sicher noch manches mehr mit Hilfe von funktionellen MRT-Studien über das Sprachenlernen im Gehirn erforschen können und vielleicht auch besser verstehen, warum so viele Sprachen auch weiterhin unregelmäßige Wortformen bevorzugen.

 

Schreckensgespenst der unregelmäßigen Verben

Häufige Fragen zu unregelmäßigen Verben im Deutschen

Wie viele unregelmäßige Verben gibt es im Deutschen?
Etwa zweihundert – je nach Grammatikbuch etwas mehr oder weniger; eine eigene Zählung kommt auf 209 im Deutschen, 220 im Russischen, 207 im Lateinischen und 223 im Englischen. Hinzu kommen etwa zehn Verben wie sein, haben, gehen, wissen, die sich von keiner regulären Grundform ableiten lassen.

Was ist der Unterschied zwischen starken und unregelmäßigen Verben?
Die starken Verben waren ursprünglich sieben völlig regelmäßige Klassen, bei denen sich der Ablaut, also der Vokal im Wortstamm, ändert (biegen – bog – gebogen). Weil Ausnahmen und Untergruppen entstanden sind, spricht man heute meistens von unregelmäßigen Verben.

Warum sind gerade die häufigsten Verben unregelmäßig?
Nur oft gebrauchte Verben bewahren ihre unregelmäßigen Formen; wenig gebrauchte und neu entstehende Verben sind in der Regel regelmäßig. Die psycholinguistische Forschung nimmt an, dass Muttersprachler unregelmäßige Formen einzeln im Gedächtnis speichern – wird ein Verb lange nicht benutzt, tritt ein regelmäßiges Muster an seine Stelle.

Welche Reihen von Stammformen gibt es bei den deutschen Verben?
Nach Schmidt (1996) acht Reihen: reiten – ritt – geritten, biegen – bog – gebogen, binden – band – gebunden, nehmen – nahm – genommen, geben – gab – gegeben, graben – grub – gegraben, heben – hob – gehoben, halten – hielt – gehalten.

„Пугающий призрак“ (Schreckensgespenst) – это призрак, который наводит страх и ужас на детей, а также на некоторых взрослых, но для рационально мыслящих взрослых он вовсе не проблема, потому что они полагают, что знают: в действительности призраков вообще не существует.

Тот, кто изучает немецкий язык, как только он знакомится с основными правилами языка, обычно через некоторое время сталкивается с проблемой „неправильных глаголов“.

Он выучил слово, в данном случае глагол, но как только он начинает употреблять его в предложении, ему говорят, что он сказал неправильно и что форма должна звучать иначе, чем он ожидал.

Например, он выучил глагол „genießen“ (наслаждаться) и хочет построить с ним предложение в прошедшем времени (Perfekt). Его тут же поправляют и объясняют, что теперь вдруг на месте звука „I“ здесь должно стоять „O“ („… hat genossen“).

Так действительно ли это ненужное осложнение?

Можно задать этот вопрос, и многие уже сделали это.

Было напечатано много книг, которые содержат только таблицы со всеми возможными формами, которые может принимать тот или иной глагол.

В случае с нашим глаголом „genießen“ это выглядит, например, так:

genießen (наслаждаться)

INDIKATIV (изъявительное наклонение)

Präsens (настоящее время)

ich genieße – я наслаждаюсь
du genießt – ты наслаждаешься
er/sie/es genießt – он/она/оно наслаждается
wir genießen – мы наслаждаемся
ihr genießt – вы наслаждаетесь
sie/Sie genießen – они наслаждаются / Вы наслаждаетесь

Präteritum (простое прошедшее время)

ich genoss – я наслаждался (-ась)
du genossest – ты наслаждался (-ась)
er/sie/es genoss – он/она/оно наслаждался (-ась, -ось)
wir genossen – мы наслаждались
ihr genosst – вы наслаждались
sie/Sie genossen – они наслаждались / Вы наслаждались

Perfekt (сложное прошедшее время)

ich habe genossen – я наслаждался (-ась)
du hast genossen – ты наслаждался (-ась)
er/sie/es hat genossen – он/она/оно наслаждался (-ась, -ось)
wir haben genossen – мы наслаждались
ihr habt genossen – вы наслаждались
sie/Sie haben genossen – они наслаждались / Вы наслаждались

Plusquamperfekt (предпрошедшее время: действие, завершившееся раньше другого действия в прошлом)

ich hatte genossen
du hattest genossen
er/sie/es hatte genossen
wir hatten genossen
ihr hattet genossen
sie/Sie hatten genossen

Futur I (будущее время)

ich werde genießen – я буду наслаждаться
du wirst genießen – ты будешь наслаждаться
er/sie/es wird genießen – он/она/оно будет наслаждаться
wir werden genießen – мы будем наслаждаться
ihr werdet genießen – вы будете наслаждаться
sie/Sie werden genießen – они будут наслаждаться / Вы будете наслаждаться

Futur II (предбудущее время: действие, которое завершится к определённому моменту в будущем)

ich werde genossen haben
du wirst genossen haben
er/sie/es wird genossen haben
wir werden genossen haben
ihr werdet genossen haben
sie/Sie werden genossen haben

KONJUNKTIV I (конъюнктив I – прежде всего для передачи косвенной речи)

Präsens

ich genieße
du genießest
er/sie/es genieße
wir genießen
ihr genießet
sie/Sie genießen

Perfekt

ich habe genossen
du habest genossen
er/sie/es habe genossen
wir haben genossen
ihr habet genossen
sie/Sie haben genossen

Futur I

ich werde genießen
du werdest genießen
er/sie/es werde genießen
wir werden genießen
ihr werdet genießen
sie/Sie werden genießen

Futur II

ich werde genossen haben
du werdest genossen haben
er/sie/es werde genossen haben
wir werden genossen haben
ihr werdet genossen haben
sie/Sie werden genossen haben

KONJUNKTIV II (конъюнктив II – условное наклонение, нереальное или желаемое действие)

Präteritum

ich genösse
du genössest
er/sie/es genösse
wir genössen
ihr genösset
sie/Sie genössen

Plusquamperfekt

ich hätte genossen
du hättest genossen
er/sie/es hätte genossen
wir hätten genossen
ihr hättet genossen
sie/Sie hätten genossen

Futur I

ich würde genießen
du würdest genießen
er/sie/es würde genießen
wir würden genießen
ihr würdet genießen
sie/Sie würden genießen

Futur II

ich würde genossen haben
du würdest genossen haben
er/sie/es würde genossen haben
wir würden genossen haben
ihr würdet genossen haben
sie/Sie würden genossen haben

IMPERATIV (повелительное наклонение)

genieß(e) – наслаждайся
genießen wir – давайте наслаждаться
genießt – наслаждайтесь
genießen Sie – наслаждайтесь (вежливая форма)

INFINITIV (инфинитив)

Präsens

genießen – наслаждаться

Perfekt

genossen haben

PARTIZIP (причастие)

Präsens

genießend – наслаждающийся

Perfekt

genossen

 

Таких таблиц около двухсот (в зависимости от грамматики точное число немного больше или меньше). Если захотеть выучить все эти таблицы наизусть, поначалу это кажется „жутко“ много.

Снова возникает вопрос: действительно ли необходима такая сложность?

Так называемые плановые языки, такие как эсперанто, с самого начала избежали этой проблемы, и в них нет ни одного неправильного глагола. С другой стороны, хотя все, таким образом, проще и более „логически“ структурировано, эти языки так и не смогли достичь популярности „естественных языков“.

Примечательно, что во многих индоевропейских языках, с которыми я знаком, можно найти примерно такое же количество неправильных глаголов, как и в немецком.

Всегда есть около 10 часто используемых глаголов, которые не могут быть выведены из какой-либо регулярной базовой формы.

В немецком языке это глаголы: sein, haben, gehen, stehen, dürfen, können, mögen, müssen, wissen, wollen.

На голландском языке: zijn, hebben, kunnen, moeten, mogen, weten, willen, zullen, zeggen, houden, snijden.

На латыни: esse, posse, ire, velle, nolle, malle, ferre, fieri, edere.

На итальянском языке: essere, avere, andare, stare, dare, fare, bere, porre.

В английском языке: be, do, have, make, must, ought, can, may, will, shall.

На русском языке: быть, дать, создать, есть, надоесть, ссать (сцать), хотеть, бежать, брезжить (+чтить).

Затем идёт список примерно из двухсот глаголов, которые спрягаются не по обычному стандартному образцу.

Найти точное число для каждого языка нелегко, тем более что данные в разных грамматиках расходятся. В немецком языке я нашёл 209, в русском – 220. В латыни их 207, в английском – 223. В зависимости от языка тому, кто учит этот язык как иностранный, они могут показаться более или менее трудными.

В немецком языке к этой группе относятся так называемые сильные глаголы. Первоначально это были семь совершенно регулярных классов глаголов, но поскольку возникли исключения и образовались подгруппы, теперь их чаще всего называют неправильными глаголами. Особенностью является то, что аблаут (гласная в корне) меняется.

Общепринятая сегодня классификация немецких глаголов (по Шмидту, 1996) выделяет следующие восемь рядов основных форм немецких глаголов:

reiten – reite – ritt – geritten (ездить верхом) и streiten – streite – stritt – gestritten (спорить)
biegen – biege – bog – gebogen (гнуть) и wiegen – wiege – wog – gewogen (взвешивать)
binden – binde – band – gebunden (связывать) и finden – finde – fand – gefunden (находить)
nehmen – nehme – nahm – genommen (брать) и treffen – treffe – traf – getroffen (встречать)
geben – gebe – gab – gegeben (давать) и sehen – sehe – sah – gesehen (видеть)
graben – grabe – grub – gegraben (копать) и fahren – fahre – fuhr – gefahren (ехать)
heben – hebe – hob – gehoben (поднимать) и weben – webe – wob – gewoben (ткать)
halten – halte – hielt – gehalten (держать) и heißen – heiße – hieß – geheißen (называться)

Неудивительно, что редко употребляемые глаголы, как правило, всегда правильные. Только у самых употребительных часто встречаются неправильности. Новые глаголы, появляющиеся в языке, тоже, как правило, правильные, если только нет сильной аналогии с уже существующим похожим по звучанию неправильным глаголом.

У детей, изучающих немецкий язык как родной, можно заметить, что в определенном возрасте они вдруг начинают спрягать неправильные немецкие глаголы регулярно (т.е. неправильно), в то время как раньше они уже использовали их (правильно) в неправильных формах. Это соответствует тому периоду в развитии языка, когда они начинают открывать для себя правила языка.

Современные психолингвистические исследования исходят из того, что у носителей языка неправильные формы глаголов хранятся в памяти по отдельности. Согласно этой теории, при спряжении глагола каждый раз сначала проверяется, нет ли в памяти неправильного глагола. Вероятно, за это отвечает ассоциативная память на образцы в нашем мозге.

Отсюда же следует предположение, что если неправильный глагол долго не употребляется, он исчезает из памяти, и его место занимает правильный образец спряжения.

В ближайшие годы мы, несомненно, сможем больше узнать об изучении языка в мозге с помощью функциональной магнитно-резонансной томографии и, возможно, лучше понять, почему так много языков продолжают отдавать предпочтение неправильным формам слов.

 

 

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