Drei farbige Namensschilder an Haken, eine Hand hängt ein viertes auf – der die das Endungen: die Endung verrät den Artikel.

Der die das Endungen – drei Sätze, drei Artikel, und in jedem steckt ein Hinweis:
Das Mädchen aus dem dritten Stock singt jeden Morgen unter der Dusche.
Die Wohnung ist klein, aber der Balkon ist perfekt für Kaffee.
Der Lehrer trinkt in der Pause immer zwei Tassen Kaffee.

Wenn du beim Lesen gedacht hast „Mädchen – das ist doch weiblich, warum das?“, dann bist du genau an der richtigen Stelle. Der Artikel folgt im Deutschen nicht dem Sinn. Er folgt dem Wort.

Kurz gesagt: Jedes deutsche Nomen hat einen festen Artikel, und man lernt ihn mit dem Wortdie Katze, nie nur Katze. Wo du ihn nicht weißt, verrät oft die Endung das Geschlecht: -chen ist immer das, -ung und -in sind immer die, Personen auf -er sind der – und der Plural ist immer die, egal was vorher war.

Der die das Endungen: was der Artikel eigentlich ist

Ein Artikel ist kein Extra, das man dazustellt. Er ist die erste Hälfte des Wortes. Die Katze, der Schlüssel, das Fenster – so stehen sie im Kopf eines Deutschen, als ein Stück. Deshalb hilft es nichts, Katze zu lernen und den Artikel später zu suchen: Dann fehlt die Hälfte.

Und das Geschlecht ist grammatisch, nicht biologisch. Das Mädchen ist ein Mädchen, aber das Wort ist sächlich, weil -chen immer sächlich ist. Die Sonne ist weiblich, der Mond männlich – niemand hat das entschieden, es ist einfach so. Darum: nicht fragen warum, sondern wie heißt es.

Warum die Endung so oft die Antwort kennt

Du wirst nie jeden Artikel auswendig wissen. Aber ein paar Endungen sind zuverlässig – und sie decken einen großen Teil der Wörter ab, die dir täglich begegnen:

Endung Artikel Beispiel
-chen, -lein das – immer das Mädchen, das Brötchen
-ung, -heit, -keit, -schaft, -ion die – immer die Wohnung, die Zeitung
-in (Personen) die die Freundin, die Lehrerin
-er (Personen) der der Lehrer, der Nachbar, der Bruder
Plural die – immer die Schuhe, die Kinder

Vier Zeilen. Wer sie kennt, rät bei der Hälfte der neuen Wörter richtig, bevor er das Wörterbuch aufschlägt. Alles andere – der Schlüssel, das Bett, die Milch – lernst du wie einen Namen: einmal, mit Artikel, fertig.

Der Merksatz

Der Artikel gehört zum Wort wie der Vorname zum Nachnamen. Und wenn du raten musst: Lies die Endung.

Das passt auf einen Zettel am Kühlschrank – der die das Endungen auf einen Blick – gleich neben den Merksatz zum Akkusativ.

Beispiele, die hängen bleiben

  • Die Katze schläft auf meinem Laptop, also habe ich heute frei.
  • Das Mädchen aus dem dritten Stock singt jeden Morgen unter der Dusche.
  • Die Wohnung ist klein, aber der Balkon ist perfekt für Kaffee.
  • Die Freundin von Paul kocht besser als jedes Restaurant in der Stadt.
  • Der Schlüssel liegt im Kühlschrank, und niemand weiß, warum.
  • Die Milch ist alle, und mein Kaffee schaut mich traurig an.
  • Das Bett ist so warm, und der Wecker versteht das nicht.
  • Die Schuhe sind neu, aber schon ein bisschen schmutzig vom Park.

Lies die Sätze noch einmal und such die Hinweise: -chen, -ung, -in, Plural. Vier von acht Artikeln stehen in der Endung. Die anderen vier – Katze, Schlüssel, Milch, Bett – sind Namen: lernen, mit Artikel.

Übungen: der die das Endungen lesen

Setz den Artikel ein – und sag, ob die Endung geholfen hat. Die Lösungen stehen darunter.

  1. ___ Lehrer trinkt in der Pause immer zwei Tassen Kaffee.
  2. ___ Zeitung kommt jeden Morgen um sechs, mein Vater schon um fünf.
  3. ___ Kuchen ist für morgen, aber ein kleines Stück fehlt schon.
  4. ___ Fenster ist offen, und ein Vogel singt direkt in die Küche.
  5. ___ Sonne scheint endlich, und die ganze Straße sitzt draußen.

Lösungen: 1. der (Person auf -er) · 2. die (-ung) · 3. der (kein Hinweis – ein Name, zu lernen) · 4. das (kein Hinweis – zu lernen) · 5. die (kein Hinweis – die Sonne ist einfach weiblich)

Häufige Fragen zu der die das Endungen

Woran erkenne ich den Artikel eines Wortes?
An der Endung, wenn sie zuverlässig ist: -chen → das, -ung/-heit/-keit → die, -in → die, Personen auf -er → der. Sonst gar nicht – dann lernt man ihn mit dem Wort.

Warum heißt es „das Mädchen“, obwohl ein Mädchen weiblich ist?
Weil das grammatische Geschlecht am Wort hängt, nicht an der Person. -chen ist immer sächlich: das Mädchen, das Häuschen, das Brötchen.

Welchen Artikel hat der Plural?
Immer die: die Kinder, die Schuhe, die Lehrer. Das Geschlecht spielt im Plural keine Rolle mehr.

Wie lerne ich neue Wörter am besten?
Immer mit Artikel, als ein Wort: die Wohnung, nicht Wohnung (f.). Wer den Artikel getrennt lernt, muss ihn jedes Mal suchen.

Zwei Türen, die offen bleiben

Die erste: der Artikel verändert sich. Der Lehrer wird im Akkusativ zu den Lehrer – der Artikel ist der Teil des Wortes, der die Fälle trägt. Wie das genau geht, steht in „Akkusativ erkennen“.

Die zweite: die schwierigen Endungen. -e ist meistens die (die Katze, die Lampe) – aber nicht immer (der Name, der Junge). Für diese Wörter gibt es die große Übersicht: Die deutschen Artikel und ihre Regeln, und für den Plural die Pluralbildung.

Und damit es sitzt: Auf unserem Telegram-Kanal Trau-Dich-Deutsch läuft jeden Tag eine kleine Frage – ein Satz, eine Lücke, drei Sekunden.

Komm dazu

Der Workshop findet jeden Samstag um 9:00 Uhr online statt – kostenlos, interaktiv, und mit genau dieser Art von Fragen. Kein Frontalunterricht: Die Regel kommt immer erst, wenn die Teilnehmer sie selbst gefunden haben.

Bis bald – und trau dich, Deutsch zu sprechen!

von Dieter Jeromin

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